Mein Coming-Out – eigentlich nicht überraschend

Veröffentlicht am 17.05.2021 in Allgemein

Am Montag den 17. Mai ist der diesjährige internationale Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie. Unser Bundestagskandidat Takis Mehmet Ali macht aus seinem LGBTQ-Hintergrund keinen Hehl und teilt am heutigen Tag eine sehr persönliche Geschichte mit euch. 

Ich kann mich heute noch sehr gut dran erinnern:

Als Kleinkind war es mir ziemlich egal, ob ich mit Autos spiele oder mit Barbies. Ich fand Dragonball ziemlich geil, aber Sailor Moon eben auch. Mit 13, in der 8.Klasse – ich war einfach nicht an Mädchen interessiert.

Mit gleichaltrigen Jungs verstand ich mich nicht gerade gut und habe schon seitdem ich Denken kann immer eine ,,beste Freundin“ gehabt. Nachdem mein Opa 2002 verstarb hatte ich eine Oma-Enkel Beziehung zu einer Nachbarin bei uns im Haus aufgebaut.

Irgendwann mit 15 Jahren hatte ich dann ihr bei einem leckeren Döner einfach mitgeteilt, dass ich doch Buben ziemlich attraktiv finde. Für sie war das kaum eine Überraschung, dies war eigentlich der Anfang von etwas Großem – nämlich meiner Freiheit.

Als ich 16 war, durften es dann auch meine Eltern erfahren. Ich brachte meinen ersten Freund nach Hause und es war erst mal Stille. Mit einer ordentlichen Portion Humor und Selbstvertrauen, stellte ich meine Eltern vor die Tatsache, dass ich einen Mann mit nach Hause gebracht hatte. . Nach dem mein Vater sich dazu nicht äußerte und meine Mutter sich von der überrumpelten Aktion erholt hatte, durfte meine Mutter feststellen, dass sie nun ja zumindest die Kosten einer griechisch-türkischen Hochzeit einspart. Ich habe dazu nicht viel gesagt (ist ja nicht so, dass auch gleichgeschlechtliche Paare teuer heiraten können), wollte ja letztendlich meine Eltern nicht noch mehr überfordern.

Jedoch verschlechterte sich nach einiger Zeit die Beziehung zu meinen Eltern aus unterschiedlichen Gründen. Ich musste dann mit 17 das Elternhaus verlassen und in eine Einrichtung der stationären Jugendhilfe einziehen. Ich durfte in der Einrichtung wunderbare Bewohner:innen und vor allem erstklassige Betreuer:innen kennenlernen, zu denen ich heute noch Kontakt habe. Danke für eure Zeit und Mühe!

Nach meinem Auszug pendelte sich mein Leben sehr gut ein. Neben dem beruflichen Werdegang durfte ich weiterhin erfahren, wie schön es ist, in einer freiheitlichen Demokratie leben zu dürfen. Vor allem so leben zu dürfen, wie man es einfach möchte.

Ich hatte Glück in der Schule nicht homophoben Angriffen ausgesetzt zu sein. Auch im Freundes- und Bekanntenkreis habe ich nie das Gefühl bekommen, diskriminiert zu werden.

Ich habe habe angefangen ein offenes und tolerantes Europa zu lieben. Vielfalt ist nicht irgendein Wort, Vielfalt ist leben.

Ich sehe mich als Bollwerk gegen Homophobie und Diskriminierung von Menschen mit einem LGBTQ+ Hintergrund. Jeder Angriff und jede Attacke ist ein Angriff auf unsere Grundrechte, auf unsere Verfassung und gegen die Menschlichkeit.

Wir Sozialdemokrat:innen stehen für ein Deutschland der Vielfalt ein.

Im Bundestag möchte ich mich für eine Gesellschaft ohne Grenzen und Diskriminierung stark machen. Deshalb bitte ich am 26.09.2021 um deine Unterstützung.

,,Die Würde des Menschen ist unantastbar“

Euer Takis

ps.: Meine Beziehung zu meinen Eltern ist schon sehr lange super! :)

 

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